Vom Energiepreis zum Rechnungsbetrag
Beschaffung und Vertrieb sind nur ein Teil der Stromkosten. Hinzu kommen je nach Vertrag Netznutzung, Messung, Steuern, Umlagen und Konzessionsabgabe. Manche Angebote enthalten diese bereits; andere reichen sie in jeweils geltender Höhe weiter.
Arbeitspreis, Grundpreis und Leistungspreis unterscheiden
Der Arbeitspreis bezieht sich auf die gelieferte Energiemenge und wird häufig in Cent je Kilowattstunde angegeben. Ein Grundpreis ist zeitbezogen, etwa je Monat oder Jahr. Bei entsprechender Leistungsmessung kann zusätzlich ein Preis je Kilowatt abrechnungsrelevanter Leistung anfallen. Kilowatt und Kilowattstunden beschreiben verschiedene Größen. Zwei Unternehmen mit gleicher Jahresenergie können deshalb unterschiedliche Netzkosten haben, wenn ihre Leistungsstruktur und die geltenden Entgelte voneinander abweichen.
Was der Lieferant beeinflusst und was zum Netzgebiet gehört
Der Lieferant kalkuliert unter anderem Beschaffung, Vertrieb und die im Vertrag übernommenen Risiken. Das örtliche Netz und das konkrete Messkonzept beeinflussen weitere Kosten. Ein Lieferantenwechsel verlegt Ihre bestehende Lieferstelle nicht in ein anderes Netzgebiet. Deshalb sollte ein Preisvergleich für dieselbe Stelle dieselben externen Kostenannahmen verwenden.
Die Weitergabe dieser Positionen kann vertraglich unterschiedlich gestaltet sein. Manche Angebote bündeln sie, andere weisen einen Energiepreis zuzüglich jeweils geltender Bestandteile aus. Prüfen Sie die Formulierung im Preisblatt, damit ein günstiger Teilpreis nicht mit einem vollständigen Bezugspreis verwechselt wird.
- Arbeitspreis in ct/kWh × Jahresverbrauch ÷ 100
- Grundpreis und Messentgelt für denselben Zeitraum
- Bei RLM: Leistungspreis × abrechnungsrelevante kW
Beispiel: warum ein Durchschnittspreis steigt
Ein Betrieb verbraucht beispielsweise zunächst 20.000 kWh und später nur 10.000 kWh. Ein unveränderter Jahresgrundpreis von beispielhaft 240 Euro entspricht zuerst 1,2 ct/kWh und danach 2,4 ct/kWh. Schon dadurch steigt sein rechnerischer Durchschnittspreis, obwohl der vereinbarte Arbeitspreis gleich bleiben kann. Bei einer Verbrauchssenkung lohnt sich deshalb ein Blick auf die gesamte Rechnung. Die eingesparten Kilowattstunden bleiben wertvoll, reduzieren aber nicht automatisch jede zeitbezogene Kostenposition.
Eine verständliche Budgetübersicht erstellen
Erfassen Sie die erwartete Menge, zeitbezogene Kosten und gegebenenfalls Leistung getrennt. Ordnen Sie jede weitere Position als enthalten, zusätzlich oder veränderlich ein. Halten Sie für offene Kosten die verwendete Annahme und den Zeitraum fest. Anschließend rechnen Sie die Gesamtsumme auf einer einheitlichen Steuerbasis aus. Für die erste Lieferrechnung können Sie dieselbe Übersicht verwenden: Abweichungen lassen sich dann gezielt auf Verbrauch, Preisänderung oder eine falsch angesetzte Position zurückführen.
Was eine Preisgarantie tatsächlich abdeckt
Markieren Sie im Preisblatt die fixierten Positionen und lesen Sie die Ausnahmen. Eine Garantie für den Energieanteil hält gesetzlich veränderte Abgaben oder Netzentgelte nicht automatisch fest. Das Budget sollte solche offenen Bestandteile erkennen lassen.
