Zuerst Vergleichbarkeit herstellen
Fordern Sie Angebote für dieselbe Lieferstelle, Menge und Laufzeit an. Stellen Sie Netto- und Bruttowerte getrennt dar und verwenden Sie denselben Preisstand. Unterschiedliche Lieferjahre lassen sich nicht über einen einzigen Centbetrag vergleichen.
Eine gemeinsame Angebotsanfrage vorbereiten
Erfassen Sie Vertragspartner, Lieferstelle, Marktlokation, erwartete Jahresmenge und gewünschten Lieferbeginn. Bei registrierender Leistungsmessung gehört ein geeigneter Lastgang hinzu. Informieren Sie alle angefragten Anbieter über dieselben geplanten Änderungen, etwa neue Ladepunkte oder PV. So beziehen sich die Angebote auf denselben Bedarf. Notieren Sie Angebotsdatum und Bindefrist, denn auch während einer laufenden Anfrage kann sich die Marktkalkulation ändern.
Beispiel: Arbeitspreis und Grundpreis zusammenrechnen
Ein kleiner Betrieb erwartet beispielsweise 20.000 kWh Jahresbezug. Angebot A nennt als reine Beispielpreise 24 ct/kWh und 240 Euro Jahresgrundpreis. Angebot B nennt 23,5 ct/kWh und 420 Euro. Bei ansonsten identischem Umfang ergeben sich 5.040 Euro für A und 5.120 Euro für B, jeweils auf derselben Preis- und Steuerbasis. Der niedrigere Arbeitspreis gewinnt diesen Vergleich nicht.
Ein einmaliger Bonus kann die Rangfolge im ersten Jahr verändern. Rechnen Sie deshalb einen Fall ohne Bonus und prüfen Sie Auszahlungsbedingungen. Ein Vorteil bei Vertragsbeginn sagt wenig über die Kosten nach einer Verlängerung aus.
- Energie-, Netz- und Messkosten vollständig zuordnen
- Preisfixierung und Weitergabeklauseln markieren
- Annahmefrist, Lieferbeginn und Lieferantenbestätigung prüfen
Bei RLM Energie- und Netzkosten sauber verbinden
Ein RLM-Angebot kann Energie separat von Netznutzung und Messung ausweisen. Für das Budget müssen diese Positionen ergänzt werden. Insbesondere der Leistungspreis braucht eine belastbare Annahme zur abrechnungsrelevanten Leistung; die Jahreskilowattstunden allein reichen dafür nicht. Verwenden Sie für beide Angebote dieselbe Last- und Mengenbasis. Wo ein Preisblatt Bestandteile bereits enthält, dürfen sie nicht nochmals addiert werden. Eine schriftliche Kostenübersicht macht solche Unterschiede schnell sichtbar.
Die Entscheidung mit zwei weiteren Verbrauchsfällen absichern
Rechnen Sie zusätzlich einen niedrigeren und einen höheren Bezug, die zu Ihrer Betriebsplanung passen. Bei PV zählt der verbleibende Netzbezug, bei einer neuen Schicht die veränderte Menge und Verteilung. Ergänzen Sie jeweils mögliche Kosten außerhalb des Toleranzbands. Prüfen Sie schließlich Laufzeit, Kündigung, Sicherheiten und die Annahmebedingungen des Lieferanten. Ein nachvollziehbar günstiges Angebot muss sowohl in der Rechnung als auch in den für Ihren Betrieb wahrscheinlichen Sonderfällen passen.
Die Auswahl für spätere Rückfragen dokumentieren
Bewahren Sie das angenommene Angebot einschließlich Preisblatt und Vertragsbedingungen auf. Notieren Sie die verwendete Verbrauchsprognose und besonders vereinbarte Änderungen. So können Sie bei einer späteren Rechnung erkennen, ob das Angebot falsch umgesetzt wurde oder sich eine ausdrücklich offene Position verändert hat. Eine reine Preisnotiz ohne Vertragsumfang reicht dafür nicht.
