Lastgang anfordern

RLM-Lastgänge können üblicherweise beim Lieferanten, Netz- oder Messstellenbetreiber angefordert werden.

Eine auswertbare Zeitreihe anfordern

Bitten Sie Lieferant, Netz- oder Messstellenbetreiber um die vorhandenen Messdaten für Ihre Marktlokation. Für eine RLM-Stromanalyse sind Viertelstundenwerte eines vollständigen repräsentativen Jahres sinnvoll. Ein PDF mit Kurvenbild reicht für eigene Berechnungen nicht.

Vor der Anfrage das Analyseziel festlegen

Für den Energieeinkauf werden häufig vollständige Zeitreihen benötigt, für die Untersuchung einer einzelnen Störung zusätzlich deren genauer Zeitraum. Bei Strom hilft ein repräsentatives Jahr dabei, Wochenenden, Saisons und Betriebsstillstände zu erkennen. Wenn sich der Betrieb seitdem stark verändert hat, sollten diese Änderungen mitgeliefert werden. Fragen Sie nach tatsächlich vorhandenen Messwerten und deren Auflösung. Ein digitaler Zähler bedeutet allein noch nicht, dass die gewünschte historische Viertelstundenreihe verfügbar ist.

Eine konkrete Anfrage als Vorlage nutzen

Eine mögliche Formulierung lautet: Bitte senden Sie uns für die Marktlokation [ID] den verfügbaren gemessenen Stromlastgang vom [Beginn] bis [Ende] als CSV- oder Excel-Datei. Für unsere Auswertung benötigen wir Viertelstundenwerte einschließlich Einheit, Zeitstempeldefinition, Zeitzone und Kennzeichnung von Ersatz- oder korrigierten Werten. Bitte nennen Sie außerdem erkennbare Datenlücken und den Stand der Daten.

Ergänzen Sie Firma, Lieferadresse und Kontaktperson. Bei einer Anfrage durch einen Beauftragten kann ein geeigneter Berechtigungsnachweis erforderlich sein. Übermitteln Sie nur die zur Zuordnung nötigen Angaben und klären Sie einen passenden Übertragungsweg für die Verbrauchsdaten.

  • CSV oder Excel statt ausschließlich PDF
  • Zeitstempel mit Zeitzone und Intervallbeschreibung
  • Werteinheit, Ersatzwerte und Vollständigkeit

Beispiel: eine Intervallangabe richtig umrechnen

Eine Datei enthält beispielsweise für eine Viertelstunde einen Energiebezug von 12 kWh. Das entspricht in diesem Intervall einer mittleren Leistung von 48 kW. Steht in der Datei dagegen bereits 48 kW, darf dieser Wert nicht erneut mit vier multipliziert werden. Für die Energie eines Viertelstundenintervalls wären dann 12 kWh anzusetzen. Prüfen Sie deshalb die Einheit vor jeder Summierung. Ein falsch verstandenes Format kann die gesamte Auswertung um den Faktor vier verschieben.

Die Datei für die weitere Arbeit brauchbar machen

Prüfen Sie zuerst, ob die angefragte Marktlokation und der vollständige Zeitraum vorliegen. Suchen Sie danach nach leeren oder doppelten Zeitstempeln und beachten Sie die Behandlung der Zeitumstellung. Abweichungen von Rechnungsmengen können etwa durch andere Zeitgrenzen oder Datenkorrekturen entstehen und sollten erklärt werden. Bewahren Sie die Originaldatei unverändert auf und arbeiten Sie mit einer Kopie. Notieren Sie bekannte Betriebsereignisse separat, damit auffällige Verbrauchsphasen später sachlich eingeordnet werden können.

Den Lastgang mit Betrieb und Rechnung verbinden

Ordnen Sie größere Auffälligkeiten konkreten Ereignissen zu: Schichtwechsel, Wartung, Stillstand oder Inbetriebnahme neuer Geräte. Vergleichen Sie Energiesummen für exakt denselben Zeitraum mit der Rechnung. Unterschiede sollten erklärt werden, bevor der Datensatz für eine Ausschreibung oder Investitionsrechnung verwendet wird. Ergänzende Betriebsnotizen erhöhen den Nutzen der Werte, ohne die ursprünglichen Messdaten zu verändern.

Häufige Fragen

Was tun, wenn es bisher nur ein Standardlastprofil gibt?

Fragen Sie nach vorhandenen Messdaten. Ein rechnerisches Standardprofil ist kein gemessener individueller Lastgang. Für neue Messdaten kann ein anderes Messkonzept nötig sein.

Bei wem frage ich zuerst an?

Beginnen Sie beim Lieferanten, Netz- oder Messstellenbetreiber, bei dem Sie bereits Zugang zu Messdaten haben. Kann die Stelle den gewünschten Export nicht bereitstellen, bitten Sie um die zuständige Kontaktstelle und genaue Angaben zur Datenverfügbarkeit.

Reicht ein Bildschirmfoto aus dem Kundenportal?

Für einen ersten Eindruck kann es helfen. Für Mengenberechnung, Spitzenanalyse und Angebotsauswertung brauchen Sie jedoch die Werte als bearbeitbare Zeitreihe mit eindeutiger Einheit und Zeitzuordnung.

Was mache ich bei Datenlücken?

Lassen Sie klären, ob Werte fehlen, ersetzt oder noch korrigiert werden. Kennzeichnen Sie unvollständige Abschnitte in der Analyse. Eine Lücke darf nicht ohne Begründung als tatsächlicher Nullverbrauch behandelt werden.

Passend zu Ihrem Anliegen

Lassen Sie uns Ihren konkreten Fall ansehen.

Eine Strom- oder Gasabrechnung ist ein guter Anfang. Im Gespräch klären wir, welche Angaben für Ihr Anliegen noch benötigt werden.

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Quellen & Datenstand

Stand: 9. September 2026.

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