Heizgas und Prozessgas anders prognostizieren
Bei Raumwärme schwankt der Bedarf mit Witterung und Belegung; bei Prozessgas mit Produktionsmenge und Betriebszeit. Beschreiben Sie diese Treiber in der Anfrage, statt einfach den letzten Rechnungsbetrag zu übernehmen.
Die Anfrage aus Verbrauch und Nutzung aufbauen
Verwenden Sie die abgerechneten Kilowattstunden der passenden Lieferstelle und halten Sie den betrachteten Zeitraum fest. Ergänzen Sie bekannte Änderungen: neue Produktionsanlagen, Dämmung, Leerstand oder eine andere Nutzung des Gebäudes. Bei einem ungewöhnlich kalten oder milden Jahr ist dessen Verbrauch nicht automatisch eine gute Prognose. Für mehrere Standorte sollten Adresse, Marktlokation, Vertragsende und Menge getrennt vorliegen. So kann ein Lieferant die Anfrage eindeutig zuordnen.
Preisblätter Position für Position gegenüberstellen
Kennzeichnen Sie, ob der Arbeitspreis nur Energie und Vertrieb oder bereits weitere Bestandteile enthält. Ergänzen Sie Grundpreis, mögliche Leistungskomponenten, Messung und separat berechnete Kosten. Vergleichen Sie CO₂-Kosten und andere veränderliche Bestandteile auf derselben Basis, damit eine offen ausgewiesene Position nicht wie ein Nachteil wirkt.
Achten Sie auf Einheit und Zeitraum: Euro pro Monat, Euro pro Jahr und Cent pro Kilowattstunde lassen sich nicht direkt addieren. Bei mehrjährigen Angeboten ist außerdem zu unterscheiden, ob ein einheitlicher Preis oder ein Preis je Lieferjahr gilt.
- Mindestens eine vollständige Jahresabrechnung je Stelle
- Geplante Heizungsänderung, Leerstand oder Erweiterung
- Mengenband, Preisformel und Ende der Angebotsbindung
Beispiel: zwei Angebote mit unterschiedlichem Grundpreis
Für einen beispielhaften Bezug von 100.000 kWh bietet Variante A einen reinen Beispiel-Arbeitspreis von 8 ct/kWh und 300 Euro Jahresgrundpreis. Variante B nennt 7,8 ct/kWh und 600 Euro. Bei gleichem Leistungsumfang entstehen damit 8.300 Euro beziehungsweise 8.400 Euro vor identischen zusätzlichen Positionen und Steuern. Der niedrigere Arbeitspreis ist hier insgesamt teurer. Ändert sich die Menge, verschiebt sich die Gewichtung des Grundpreises; deshalb gehört die eigene Prognose in den Vergleich.
Vor der Annahme Lieferbeginn und Risiken klären
Prüfen Sie Angebotsbindung, Vertragsbeginn, Laufzeit, Kündigungsfrist und die Bedingungen einer Verlängerung. Klären Sie, wer die Kündigung des Altvertrags übernimmt und ob die gewünschte Menge angenommen wurde. Bei größeren erwarteten Änderungen sind Toleranzband und Ausgleichspreise besonders wichtig. Lassen Sie offene Punkte schriftlich beantworten, bevor Sie unterschreiben. Anschließend sollte die Lieferbestätigung exakt zu dem verglichenen Angebot und der richtigen Lieferstelle passen.
Eine Mengenabweichung durchspielen
Rechnen Sie neben dem erwarteten Verbrauch einen geringeren Bedarf nach Sanierung oder einen höheren Produktionsbedarf. Ob Abweichungen kostenfrei bleiben, ergibt sich aus dem Vertrag. Bei mehreren Objekten darf die Gesamtmenge nicht die Prüfung der Einzelstellen ersetzen.
